Donnerstag, 25. Februar 2016

Mika Geißler


Über mich:

Zur Fotografie kam ich über meine Frau (damals Freundin) ca. 1986. Analog ging´s los mit der ersten Spiegelreflex Rico KR 10 X.
Inzwischen fotografiere ich digital mit Nikon D700 oder Fuji X100s. Neben Familienfesten oder Veranstaltungsfotografie und auf Reisen bieten die von Lichtblick! gestellten Themen Herausforderungen an "besondere fotografische Umsetzungen".
Mein Fotostream auf Flickr.


Bildtitel: Das geheime Leben eines Huhns im Kühlschrank
Thema: eiskalt geblitzt



Entstehung
Wie kam ich auf die Idee ein Huhn im Kühlschrank zu fotografieren? War´s das Bild aus dem Hühnerstall vom Andreas, oder war es irgendwie eine semantische Blitzverbindung von eigenartigen Synapsen? Ich kann es gar nicht mehr genau sagen. Irgendwie schien mir "eiskalt", "Blitz" und "Huhn im Kühlschrank" eine unmittelbar einleuchtende Verbindung.
Schnell war die Idee im Groben umrissen. Ich brauchte ein Huhn im bereits gerupften Zustand. Ich brauchte ein Halbprofilbild von einem Hahn oder einem Huhn. Kühlschrank war praktischerweise vorhanden. Das ganze sollte knallig sein und - Stichwort "Blitz" - natürlich die schöne Blitztechnik vom frisch erworbenen Makroblitzkit ausnutzen.

Technik
Das Huhn wurde aufrecht im Kühlschrank platziert und an Ort und Stelle in den Puppenmantel gehüllt. Fotografiert dann vom Stativ mit zwei Blitzen mit roter, bzw. blauer Folie von links und rechts. 
Der Kopf des freilaufend fotografierten Huhns wurde anschließend in Photoshop über den Körper retuschiert. 
Zur Steigerung des dramatischen Effekts habe ich Rauch vor schwarzem Hintergrund ebenfalls mit Blitztechnik fotografiert und entsprechend ins Bild eingefügt, um den Eindruck von Kälteschwaden zu erzielen.

Botschaft
Nichts ist, wie es scheint. Das Motto war mir damals zwar nicht bekannt, aber ungewöhnliche Blickwinkel und Geschichten finde ich interessant. Stell Dir vor, Du öffnest Deinen Kühlschrank und statt einem Menüzubehör erwartet Dich etwas ganz anderes?
Das Huhn ist cool! 
Würdest Du dieses Huhn essen?* 

P.S.: Das Huhn stammte vom Biohof und es hat ausgezeichnet geschmeckt, was bei diesem Preis auch seine verdammte Pflicht und Schuldigkeit war.


Bildtitel: Ommaggio all'Arcimboldo
Thema: Herbst



Entstehung
Das Thema lautete Herbst und das Wetter war gut. Jetzt ein Bild herbstlicher Natur zu machen war doch (zu) einfach! Dann fiel mir ein, dass ich schon immer mal so ein Arcimboldo-Bild machen wollte. Wikipedia versorgte mich mit der Information: Ja es gab ein Bild mit Namen "Herbst". Die dort verwendeten Früchte und die Komposition sollten Ausgangspunkt und Leitlinie sein. Prinzipiell sollten eher heimische Früchte Verwendung finden.
Als Gehilfin für die gestalterische Umsetzung hatte ich mir schnell die Zusage meiner Frau geholt. Eine weise Entscheidung, denn die Platzierung erwies sich als tatsächlich nicht gerade einfach.

Technik
Die ursprüngliche Idee der im Profil stehenden Gesichtsfrüchte erwies sich als zu schwierig. Daher wurden die Teile auf den Fototisch gelegt und im Anschluss von oben fotografiert. Mit der Softbox von schräg seitlich, Blitz von oben und Blitz von unten ergab sich ein schön ausgeleuchtetes Motiv. Die Lichtränder von unten (hinten aus der Bildperspektive) wirken m.E. eher akzentuierend, als störend.
Der Hintergrund wurde aus einer von meiner Tochter bemalten Leinwand eingefügt und farblich angepasst.
Der Rahmen, über dessen Verwendung die Ansichten der Kollegen von meiner abwichen, umrahmt im Original ein kleineres Ölgemälde und wurde ebenfalls per Bildbearbeitungsprogramm eingefügt.
Die Signatur "Mikatti 2015" weist auf die künstlerische Beteiligung meiner Frau hin und gibt dem Bild zusätzlich die "authentische" Gemäldenote.

Botschaft
"Nichts ist wie es scheint". Nicht schon wieder? Doch. Dies ist kein Arcimboldo. Und dennoch ist es irgendwie schon einer, schließlich habe ich bei ihm die Idee geklaut. Es ist kein Gemälde, sondern eine Fotografie. Es werden aber Elemente aus der Malerei, nämlich Rahmen, an Ölgemälde erinnernder Filter, Signatur, Leinwandelemente, etc. verwendet,  um die Kategorie Fotografie aufzulösen und in die Nähe der Malerei zu rücken. Gleichzeitig spielt das Werk mit dem Gegensatzpaar zwischen (Jahres-) Zeit und Zeitlosigkeit der immer wiederkehrenden Jahreszeiten, Moden oder Ideen.



Bildtitel: Hommage an Willi Baumeister
Thema: Kontur - Umriss - Silhouette


Entstehung
Zur Zeit der Themenstellung habe ich die Ausstellung zu Willi Baumeister besucht und war von vielen Werken beeindruckt. Unter anderem vom „Kopf II“. Nichts als Umrisse, na ja auch etwas Fläche und Linie, aber jedenfalls entsteht aus abstrakten Formen doch deutlich eine Vorstellung von dem, um was es sich hier handelt.
Spontan entstand die Idee: Sowas wollte ich auch machen und zwar als Fotocollage. Schön, dass die Willi-Baumeister-Stiftung die Werke im Wege des open access den Interessierten zugänglich macht.
Die Vorlage habe ich aus dem digitalen Buch von Brigitte Pedde, WILLI BAUMEISTER 1889 – 1955, Schöpfer aus dem Unbekannten" entnommen. Herausgeber des Werkes ist die Willi-Baumeister-Stiftung.

Technik
Das Schnittmuster war ja fertig. Jetzt brauchte es nur die passenden Komponenten. Als Fotomodels mussten mal wieder die Familienmitglieder ran. Nachdem ich versprochen habe, dass man niemand erkennen würde, gab´s auch das OK.
Man nehme also eine Nase, ein Auge, einen Mund, ein bißchen Frisur, etwas Kragen und so weiter und dann fängt die Bildbearbeitung per Software an.
Original in die unterste Ebene und dann die ausgewählten Bildteile verteilen und arrangieren, fertig ist „Fotocollagieren nach Zahlen“.

Botschaft
Menschen sind faszinierend, selbst wenn sie nur noch auf abstrakte Formen reduziert werden.


Bildtitel: Zurück in die Zukunft
Thema: Geheim Begierde(n)



Entstehung
Hier stand ein persönliches Fotoprojekt Pate. Als Geschenk an meine Eltern hatte ich aus einem Fotoalbum eine Fotoschau gebastelt. Das Album hatte mich angesprochen, weil diese Reise per Motorroller durch Frankreich im Jahr 1960 offensichtlich ein besonderes Ereignis war.
Zum Aufpeppen der Show und Verknüpfung in die Gegenwart, wollte ich noch ein qualitativ besseres Bild in einer gestellten Pose mit zwei Fotomodellen arrangieren. Dank genetischer Ähnlichkeiten in der zwei Generationen jüngeren Verwandtschaft war sogar ein gewisser Wiedererkennungseffekt vorhanden.
Das entstandene Bild bringt meines Erachtens das Sehnen „nach der guten alten Zeit“ zum Ausdruck und ist damit Teil eines doch verbreiteten geheimen Begehrens nach Jugend und den schönen bereits vergangenen Erlebnissen.

Technik
Aufgrund schlechten Wetters unterm Carport aufgenommen. Mit angeblitzten weißen Laken freigestellt und anschließend in der Bildbearbeitung mit dem Tapetenhintergrund versehen.

Botschaft 
Liebe Eltern, ihr hattet offensichtlich auch euren Spaß. Genießt es jetzt, die nächsten Generationen in eure Fußstapfen treten zu sehen.

Sylvia Friedt


Frei

Thema: rostig



Vier Buchstaben auf weiß-rostigem Hintergrund bilden das Wort “FREI“. Warum steht es da? Ist es eine Forderung, eine Feststellung oder eine Frage? Steht es da allein oder ist es ein Fragment? Ist es Teil eines größeren Zusammenhangs?
Der Ausschnitt ist entscheidend. Die Wahl des Ausschnitts kann die Wirklichkeit verzerren; kann die Wahrheit hervorheben oder verfälschen. Sie kann den Betrachter erleuchten oder verwirren. Schein und Sein trennen oft nur wenige Zentimeter.


Me and my Porsche

Thema: Konturen / Umrisse / Silhouetten

Ein Käfer im Porsche-Museum. Seine Silhouette ist unverwechselbar. Unter all den schicken teuren Sportwagen ist er der Außergewöhnliche, aber auch Altvertraute. Kurioserweise hat mein Vater sein halbes Leben bei Porsche gearbeitet, aber nie einen besessen. Dafür fuhr er jahrelang einen roten Käfer - das erste Auto, an das ich mich erinnern kann und mit dem die Jahre meiner Kindheit und Jugend eng verbunden sind.


Vergebung

Thema: Verfehlung


Eine Verfehlung verlangt nach Vergebung. Durch sich selbst und manchmal auch durch andere. Wer beichtet, dem soll vergeben werden.


Surreal

Thema: surreal


Zitat Mika Geissler: “Die hölzerne Hand Gottes berührt einen Fisch, der ein Meerschweinchen küsst. Das Ganze spielt sich in einem Sektkelch oder einer transparenten Tulpe ab, die gleichzeitig einem haschrauchenden Äffchen entschwebt. Der Drahtzaun bringt die Grenzen des surrealen zu Bewusstsein, die schließlich vorhanden sein müssen: Denn wäre das Surreale grenzenlos, könnte es die Realität enthalten, was wiederum wenig surreal wäre!“


Shifted Relations

Thema: shifted relations


Nie war ein Thema abstrakter. Nie war ich ratloser. Aber als mir dieses Motiv vor die Kamera kam, war es das für mich: verschobene Zusammenhänge, shifted relations. Ein seltsamer Apparat steht an einer Wand, daneben, gestapelt, Stühle. Die Stühle sind funktionsfähig, werden jedoch– zumindest im Moment - nicht gebraucht. Die Maschine hat endgültig ausgedient. Stühle und Apparatur lagern zwar nebeneinander, haben aber nicht das Geringste miteinander zu tun. Die Maschine hatte in ihrer Umgebung, einer ehemaligen Lederfabrik, eine Funktion. Heute ist sie ein Museumsstück. Die Stühle haben vermutlich keine Beziehung zum historischen Umfeld, werden heute aber noch sporadisch benutzt.

Ulrich Matheis


Zu meiner Person:

Ich heiße Ulrich Matheis und bin von Anfang an Mitglied bei Lichtblick. Fotografiert habe ich früher meist im Urlaub oder bei Festen. Mit Lichtblick hat sich das etwas geändert. Ich mache mir zu den Bildern, die im Rahmen von Lichtblick entstehen, viel mehr Gedanken. So entstehen meines Erachtens nicht nur Bilder sondern „außergewöhnliche Eindrücke“.



Bildtitel: Hochnebel
Thema: Herbst


Als ich das Thema hörte, dachte ich sofort an Bäume, deren Blätter in allen erdenklichen Farben leuchten. Bevor dieses Bild aufgenommen wurde, hatte ich bereits zahlreiche Aufnahmen gemacht. Am letzten Oktoberwochenende 2015 verbrachte ich ein Wochenende auf der Schwäbischen Alb. Ich fuhr Freitag am frühen Nachmittag Richtung Alb, den Fotoapparat griffbereit auf dem Beifahrersitz. 

Schon früh erkannte ich, dass das Wetter an diesem Wochenende wenig Freundliches zu bieten hatte. Immer wieder durchquerte ich Nebelfelder und so fuhr ich kurzerhand an einer passenden Stelle auf einen Parkplatz um eine Nebelwand abzulichten. Bei der Aufnahme hatte ich das Glück, dass ein Spaziergänger, der mit seinem Hund unterwegs war, genau in dem Moment als ich den Finger auf dem Auslöser hatte,  in der Nebelwand verschwand…

Donnerstag, 11. Februar 2016

Nichts ist so wie es scheint



Wir Photographen sind ja eine Art Vorreiter, wenn es um Digitialisierung geht - schon seit Jahrzehnten wandeln wir alles bevorzugt in Pixel um. Aber als Early Adopter wissen wir inzwischen auch, wann man besser den analogen Weg geht. Nämlich jetzt. 

Natürlich könnten wir unsere Werke hier und heute digital präsentieren. Aber wir warten lieber bis zur analogen Vernissage in genau zwei Wochen! Für einen kurzen Zeitraum sind unsere Werke dann exklusiv "in echt" auf der Ausstellung zu sehen. Und erst etwas später auch hier auf dem Blog - dann aber mit digitalem Mehrwert!

Dienstag, 26. Januar 2016

Lichtblick! Die Dritte



Es ist endlich wieder soweit: Am 25. Februar 2016 startet unsere dritte Ausstellung. Um die Zeit bis dahin etwas zu verkürzen, gibt es hier die Möglichkeit, sich durch die Bilder unserer letzten Ausstellung zu klicken.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Willkommen auf der Lichtblick!-Ausstellungsseite



Auf dieser Seite gibt es (fast) alle Photos der Ausstellung zu sehen. Bitte einfach die Seite durchscrollen (Achtung, es gibt noch eine zweite Seite! Bitte ganz unten rechts auf "Ältere Posts" klicken!) oder auf der Leiste rechts direkt zum gewünschten Photo springen.

Bei jedem Bild finden sich ein paar Infos des Künstlers - mal nur eine kurze Notiz, mal eine etwas längere Erläuterung. Wenn es noch Fragen gibt, bitte einfach einen Kommentar hinterlassen. Darüber hinaus freuen wir uns aber auch über jede Art von Feedback - Anmerkungen, Kritik, Lob - nur her damit!


Für alle, die nicht bei der Eröffnung dabei waren, noch eine allgemeine Anmerkung zur Ausstellung:


Warum sind alle Photos auf Leinwand gezogen - wäre ein echter Photoabzug nicht besser? Oh ja, das wäre viel besser gewesen! Aber wir konnten uns das nicht leisten. Zwar haben wir vom BSG und Inge Mussler große Unterstützung bekommen und auch die SV mit Herrn Wolff von der Sahl hat uns einen Zuschuss gewährt - nur dadurch wurde die Ausstellung überhaupt ermöglicht. Andererseits hat es aber auch nicht für FineArt-Prints gereicht, sondern "nur" für Leinwände - und auch das nur, weil uns die Firma artido einen kräftigen Nachlass eingeräumt hat. Für Leinwände ist die Qualität aber sehr gut und wir hoffen, dass das die Freude an den Photos nicht trübt.


Alle Photos sind ausschließlich innerhalb von Lichtblick! entstanden. Bei jedem Photo ist vermerkt, zu welchem Thema es aufgenommen worden ist.


Vielen Dank für das Interesse!


Das Ausstellungs-Team von Lichtblick!

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Steine (Katja Wolf)



Thema: Steine

Als das Thema damals ausgewählt wurde, musste ich gleich an ein Kindermärchen denken, das sicherlich jeder kennt...

Nachdem klar war, wo die Fotos gemacht werden sollten, ging es mit den Kids los. Das Ganze hat so Spaß gemacht, dass knapp 1000 Fotos geschossen wurden. Da war es gar nicht so einfach zu entscheiden, welches es denn nun "sein sollte". Ein Handvoll kamen in die engere Auswahl, die entsprechend bearbeitet und "auf alt getrimmt" wurden.

Und für alle, die noch überlegen, um welches Märchen es sich da handeln könnte, in dem Steine eine Rolle spielen - Hänsel und Gretel.

Warum? (Michael Kaiser)

Warum?
Nüchtern betrachtet ist das Thema des Bildes ein aufziehender Regen über dem Punta di u Diamante auf Korsika. Das für den entsprechende Lichtblick gestellte Thema findet sich sehr konkret in der Frage des betroffenen Radfahrers: "Warum muss jetzt ausgerechnet schlechtes Wetter aufziehen?". Oder vielleicht nur geringfügig abstrakter: "Warum regenet es in Korsikas Gebirge so oft nachmittags, und gegen Abend ist es wieder schön sonnig als ob nichts gewesen wäre?". Nochmals abstrakter könnte dann wieder die Frage sein: "Warum kann so eine schöne Umwelt nicht einfach so bleiben wie sie ist, warum brauchen wir unbedingt eine Autobahn und einen Hotelkomplex, um alle dann dort zu sein, wo es dann nicht mehr ist, wie es war?".


Aufgenommen mit einer Canon PowerShot G11, Blende F/2.8, Belichtungszeit 1/1250 Sekunde, ISO 80. Panorama erstellt aus 3 Teilbildern mit Autopano Pro.

Dunkle Wege - Wege (Michael Kaiser)

Das spannende an unserem Lichtblick sind ja nicht nur die Fotos, die dabei entstehen, sondern insbersondere auch, die Wege kennenzulernen, auf denen sie entstanden sind. Dazu sind unsere regelmäßigen Treffen die allerbeste Gelegenheit, genau dies zu erfahren.

Manchmal ist es eine sehr genaue Vorstellung, die verfolgt wird, eine genaue Planung und eine präzise Umsetzung, die zum bewunderten Ergebnis führt. Manchmal gibt es zum Glück neben der Idee über das Motiv auch schon konkretere Einfälle dazu, wo ein entsprechendes Szenario zu finden sein wird und wie es dann nicht nur dokumentiert, sondern auch künstlerisch überzeugend gebannt werden kann. Schwieriger wird's natürlich in den Fällen, in denen das nicht so zielstrebig läuft, der nächste Lichtblick-Termin näher rückt und viele eigentlich hübsche Wege noch zu keinem atemberaubenden Ziel geführt haben. Das sind dann die Tage, in denen es dann gilt, mit offenen Augen durch den Alltag zu gehen und darauf zu hoffen dass das richtige Motiv noch des Weges kommt.

Im Falle des Themas "Wege" war mir das im Lichtblick präsentierte Foto erst am Morgen des Lichtblick-Tags bei der Fahrt mit Fahrrad zum Löwentor vor die Linse geraten:


Wege
















Für den Termin war ich damit eindeutig gerettet!

Bis wir an diesem Lichtblick-Termin (im April) alle unsere Bilder gezeigt und besprochen hatten, war es natürlich schon dunkel geworden, so dass ich erst spät wieder an meiner Wegmarkierung vom Vormittag vorbei gekommen bin:

Dunkle Wege
Der Lichtblick bringt uns also offensichtlich dazu, unsere Motive noch unter ganz neuen und ungeahnten Aspekten zu betrachten.

Aufgenommen mit einer Canon PowerShot G11, Blende F/2.8, Belichtungszeit 1/100 Sekunde, ISO 80 mit Hilfe eines Fahrradscheinwerfers.

Licht (Michael Kaiser)

Licht
Erice im Westen Siziliens ist schon alleine durch seine außergewöhnliche Lage oben auf einem über 700 Meter hohen Berg ein beliebtes Ziel für Touristen. An diesem Abend im September hatte es aber wirklich alles aufgeboten, um die Speicherkarte meines Fotoapparats zum Überlaufen zu bringen. Zuerst waren es die atemberaubenden Aussichten von knapp vor dem Abgrund und unter den über dem Berg wirbelnden Wolken, die gefühlt nur um Haaresbreite über die Hausdächer schrammten. Dann schnell zum gigantischen feurigen Sonnenuntergang über dem Meer und den Salinen von Trapani. Und dann - nach all der Hatz nach den so schnell vergänglichen, sich sekündlich ändernden Motiven - der Zauber des Städtchens, wie es nun schon irgendwie eine Ewigkeit hier oben zu sein scheint. In der Ferne noch vereinzelte Schritte der letzten Touristen, und hier liegt es nun ruhig in der blauen Stunde, eines der Altstadtgässchen.

Das Foto ist mit prinzipiell wenig speziellem Equipent entstanden. Ein Stativ wäre eigentlich in so einer Situation ratsam. Wenn man es nun leider nicht dabei hat, ist eine Möglichkeit, den Fotoapparat irgendwo aufzulegen, was aber natürlich die Wahl der Perspektive deutlich einschränken könnte. In diesem Fall war deshalb das Verfahren, einfach aus der freien Hand zu fotografieren. Das ist bei der Belichtungszeit auf jeden Fall grenzwertig: Bei freihändigem Fotografieren sollte man jedenfalls lieber eine größere Anzahl von Aufnahmen anfertigen, damit überhaupt eine Chance auf ein ordentliches Ergebnis besteht.

Dies ist das Original, wie es für das Lichtblick-Thema erstellt, ausgewählt und präsentiert wurde. Das Foto in der Ausstellung entstand durch versehentliches Bestellen im Querformat. Auch der dort gezeigte Ausschnitt ist sehr reizvoll. 


Aufgenommen mit einer Canon PowerShot G11, Blende F/2.8, Belichtungszeit 1/5 Sekunde, ISO 80.

Wendeltreppe - Wege (Axel Niering)

Wendeltreppe (Wege)
Dieses Bild war eine alternative Idee für das Thema "Wege". In erster Linie hatte ich hier die geometrische Wirkung von Wendeltreppen im Kopf, wie man sie z.B. häufig in Leuchttürmen findet. Leider gibt es im Stuttgarter Raum so wenige Leuchttürme und ein längerer Urlaub war nicht in Sicht.
Aber ich war bei Freunden im Fichtelgebirge zu Gast und dort im Porzellanikum Selb, einer ehemaligen Prozellanfabrik, fand ich plötzlich diese Treppe.

Die Person auf der Treppe ist durch lange Belichtungszeit unscharf dargestellt. Sie durchbricht die reine Geometrie und verleiht dem Bild Dynamik. Wege sind letzten Endes nur deswegen Wege, weil sie jemand benutzt. Das wollte ich unbedingt mit darstellen.

Das Bild hat auch am Clubwettbewerb "Zu Fuß" des Fotoclubs Objektiv Herrenberg teilgenommen und dort den ersten Platz belegt.

Dienstag, 23. Oktober 2012

WenigstensKunst. (Leo Schopf)

Lichtblick! "Warum"
Von Zeit zu Zeit fragt man sich im Leben, warum manche Dinge passieren.
Naturgemäß geschieht dies eher bei negativen Ereignissen.

Das Zerbrechen eines (wenn auch geschichtsträchtigen) Colaglases ist sicher nicht bedeutend für den Fortgang unserer Tage. Aber umso erstaunlicher erscheint es mir, dass auch durch Bruch und Zerstörung etwas neues, schönes, einzigartiges entstehen kann: Kunst, geschaffen für eine Ewigkeit. Unzerstörbar. Weil im Kopf.


Man muss nur den Blickwinkel verändern. Und sehen, was da tatsächlich vor einem liegt. Oder liegen könnte. Wenigstens Kunst.

Inchcaillochlomond. (Leo Schopf)

Lichtblick! "Zahlen in der Natur"
Wer meint, mithilfe von Zahlen Ordnung in die mächtige Natur bringen zu können, irrt.

Die Insel haben laut Taxibootskipper an dem Tag 6 Menschen besucht. Wir waren 2 davon. Als strenges Naturschutzgebiet kann die "Insel der alten Frau" nur über zwei Pfade durchquert werden. Diese führen durch beinahe unwirkliche Szenerien: bluebell- und wild garlic Felder. Sümpfe mit modernden Baumstümpfen. Überreste eines Friedhofes. Um den Besuchern dieser einmaligen Landschaft die Umgebung näher zu bringen, wurden Stationen geschaffen - an unscheinbaren oder gerade überwältigenden Stellen. Markiert, mit Zahlen an einem Pfosten. Dort können Erläuterungen zu dem gelesen werden, was man sieht. Oft wird erst dadurch der Blick für das Detail geschärft - oder der Gesamtzusammenhang klar.

Inchcailloch verlässt man nicht als anderer Mensch.


Aber die Zahlen helfen, die verschiedenen Facetten eines Flecken Erde in der Erinnerung zu festigen. Und schon hat sich der eigene Horizont und damit das persönliche Bewusstsein verändert. 



Trier (Harald Brunner)


Thema: Licht

Ein besondere Aufgabe: Durch einen Kurzurlaub bin ich ein paar Tage nach Trier gelangt. Eine sehr schöne Führung in den "Kaiserthermen" führte uns in den Untergrund und brachte dieses Bild an das Tageslicht

Nach-Wuchs (Holger Haug)


(Thema: Kontrast)

Was mich immer wieder fasziniert, wenn ich in der weiten Landschaft von Mecklenburg-Vorpommern unterwegs bin, sind diese uralten Bäume.

Weiden an Bächen und Seen, riesige Buchen in großen Laubwäldern, oder uralte Eichen, die allesamt schon mehr Zeiten kommen und gehen gesehen haben als ein Mensch in seinem vergleichsweise kurzen Leben je erleben wird...

Auch diese Bäume waren Anfangs nur Keimlinge und irgendwann mal kleine Puschelbäumchen.

Daran erinnerte mich diese Szene. Eine uralte Weide einerseits, frische kleine Bäumchen andererseits. Welcher Kontrast!
Die Weite der Landschaft auf der Insel Usedom an diesem wunderschönen, eiskalten Wintertag, forderte geradezu das Panoramaformat, den maximal möglichen Kontrast zwischen Bildhöhe und Bildbreite.

Würdevoll (Holger Haug)


Ein Denkmal! Vom Bildhauer, dem Dänen
Bertel Thorvaldsen im Jahre 1839 würdevoll in Szene gesetzt, schaut Friedrich Schiller auf dem nach ihm benannten Platz, direkt am alten Schloß in Stuttgart. Über dessen Entstehung handelt das von Thorwaldsens Landsmann Hans Christian Andersen verfasste Märchen Die alte Kirchenglocke. Im Hintergrund die Stiftskirche...


mehr darüber unter:

Zum Lichtblick Thema "Schlichte Würde" hatte ich sofort ein Denkmal vor Augen. Schnell verdichtete sich auch das bekannte Bild von Schiller auf seinem Sockel und die Idee, das ganze angeleuchtet und bei Nacht in Szene zu setzen. Damit ließ sich alles Störende, das sich drumherum und am Himmel abspielt, eliminieren.

Und so schnappte ich eines warmen Sommerabends meine Kamera und mein Stativ und machte mich auf die Suche nach dem besten Standort und der besten Belichtung. Ca. eineinhalb Stunden schlich ich so um das Denkmal, sehr zur Verwunderung der Gäste die nebenan im Garten der Alten Kanzlei saßen und speisten...

Sonntag, 21. Oktober 2012

bornfree. (Leo Schopf)




Oftmals steckt man total im Sumpf des Alltages fest - gefangen in all seinen Pflichten, Verantwortungen, Regeln. Manchmal bricht die Resignation über das eigene, schwere Schicksal wie eine Woge über Dich hinein. Überspült Dich. Reißt Dich mit sich fort.

In solch einem Moment stand ich neben meinem Wäschetrockenständer.
Ärgerte mich einmal mehr über das leidige Thema Bügeln... Eine Sisyphus-Aufgabe. Und in dieser Situation fiel plötzlich mein Blick auf das "Born free"-Shirt.

Beiläufig zwischen Socken und Sportkleidung zum Trocknen aufgehängt. Und so wahr.

Ich musste laut lachen. 


Die Absurdität meiner Gedanken wurde mir auf einmal klar:

Warum regt man sich, als frei geborener Mensch voller Möglichkeiten, Chancen und Kreativität, überhaupt über solch triviale Themen wie Bügelwäsche auf?


Resignation und Hadern sind im Leben schlicht deplatziert.

Bewegung (Sylvia Friedt)



Bewegung

Ein fahrendes Auto, eine Uhr, Demonstranten vor dem Hauptbahnhof Stuttgart. Bewegung auf drei
Ebenen: räumlich, zeitlich, geistig-politisch. das macht dieses Bild für mich aus. Die Zeit läuft, alles ist
im Fluss, times they are a changing, panta rhei, Aufbruch, Veränderung. Wohin das Auto fährt, wohin
die Entwicklung geht, das weiß man nicht so genau. Und das ist spannend.

Technik: aufgenommen mit einer Canon PowerShot G11, Blende F/8, Belichtungszeit 1/13.

deplatziert (Sylvia Friedt)



deplatziert - auf den ersten Blick verwirrt der Titel, scheint nicht zu passen. worum geht es?

Eine Hauswand, dahinter und daneben ein weiteres Haus, im Hintergrund eine Treppe, Mülleimer, eine
Blumenschale. Die Wand trist, ein Fenster halb zugeklebt, ein Basketballkorb ohne Netz. Das ist es,
was mir in dieser Hofsituation deplatziert erschien. Unvorstellbar, dass hier in dieser engen düsteren
Atmosphäre Kinder spielen, lärmen, sich freuen und Körbe werfen. Doch irgendjemand hat einmal
diesen Korb aufgehängt, in der Hoffnung, etwas Freude in den Hinterhof zu bringen. Ich glaube,
langfristig ist ihm dies nicht gelungen.

Das Foto hat bei der Besprechung eine heftige und lange Diskussion ausgelöst und die Gruppe stark
polarisiert. Erstaunlich für ein so unscheinbares Motiv.

Formal sind für mich die klaren Formen, die Schatten, der starke Kontrast reizvoll. Das Bild ist
mehrfach gedrittelt, horizontal durch die Hausecke rechts, vertikal durch den Korb sowie dreifach
diagonal durch die Schatten und die Treppe.

A Stairway to Heaven (Sylvia Friedt)




Musiktitel bildlich umgesetzt – a stairway to heaven

Auf einer Wanderung kam ich an diese Treppe, und das Foto zum Thema "Musiktitel bildlich
umgesetzt" war im Kasten: A stairway to heaven.

Dies ist das "Original". Das Foto in der Ausstellung entstand durch versehentliches Bestellen im
Querformat. Wir fanden den Ausschnitt reizvoll.